Förderkreis Blinden-Zentrum Tibet / Braille Ohne Grenzen e.V.
Förderkreis Blinden-Zentrum Tibet / Braille Ohne Grenzen e.V.

Projekt Lhasa / Tibet

 

 

 
Liebe Besucher unserer Website,
im Jahr 1998 eröffnete Braille Without Borders die erste Schule für Blinde in Tibet.
Gemäß den lokalen Gesetzen und Vorschriften durfte eine ausländische NGO in Tibet nur arbeiten, wenn sie eine Vereinbarung mit einem lokalen Regierungspartner hatte.
Der lokale Partner, mit dem BWB zusammenarbeitete, war die Tibet Disabled Persons Federation.
Im Sommer 2017 wurde das Abkommen durch die tibetische Administration nicht erneuert, und BWB musste das gesamte Projekt an die Tibet Disabled Persons Federation übergeben. BWB war zu diesem Zeitpunkt eine der letzten ausländischen NGOs, die in Tibet noch aktiv waren.

Diese Website beschreibt unsere Arbeit in Tibet.
Das bedeutet jedoch nicht, dass die Arbeit von Braille Without Borders hier endet.

Seit 2009 betreibt BWB ein zweites Projekt. Im Sinne der Hilfe zur Selbsthilfe werden im internationalen Ausbildungszentrum „kanthari“ in Kerala/Südindien Erwachsene, hauptsächlich aus Entwicklungsländern, ausgebildet. Dort entwickeln sie Konzepte für soziale Veränderungen in ihren Heimatländern. Sie werden in die Lage versetzt, ihre eigenen sozialen Projekte zu starten und zu leiten. Die Teilnehmer sind Visionäre, die Widrigkeiten überwunden haben und ethische soziale Veränderungen vorantreiben wollen.

„kanthari“ nahe Trivandrum, bietet ein 7-monatiges Leadership-Programm. Kanthari fördert Teilnehmer aus der ganzen Welt. Einige haben Universitätsabschlüsse, während andere kaum oder gar keine formale Bildung haben. Einige sind blind oder körperlich behindert, andere haben überhaupt keine Behinderungen. Was wichtig ist, ist ein Gefühl von Eigenverantwortung, Motivation, Kreativität, Talent und Leidenschaft, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen.
Auf diese Weise sind in den vergangenen Jahren überall auf der Welt soziale Projekte entstanden.

Weitere Informationen über kanthari finden Sie unter www.kanthari.org

Wir möchten uns bei allen, die BWB in Tibet unterstützt haben herzlichst bedanken. Da unsere Arbeit in Indien allein über Spenden finanziert wird, sind wir auch weiterhin auf Ihre finanzielle Hilfe angewiesen.
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m Mai 1998 eröffneten Sabriye Tenberken und der niederländische Ingenieur Paul Kronenberg eine Vorschule für blinde Kinder.

Einige Zeichen des tibetischen Braille-Schrift-Systems (entwickelt von Sabriye Tenberken, 1992)
Einige Zeichen des tibetischen Braille-Schrift-Systems
(entwickelt von Sabriye Tenberken, 1992)

 

Vorderansicht der Schule

Sechs blinde und stark sehgeschädigte Kinder zwischen 6 und 12 Jahren wurden aus verschiedenen Regionen Tibets nach Lhasa geholt. Sie kamen mit unterschiedlichen Voraussetzungen. Keines hatte bisher eine Schule besucht. Gemeinsam aber lebten sie sich schnell ein.
Das Projekt wurde Schritt für Schritt zusammen mit der Tibet Disabled Person's Federation (TDPF) aufgebaut und weiter entwickelt.

Die Organisation Tibet Disabled Person's Federation (TDPF) ist eine Unterorganisation des Chinesischen Behindertenverbandes.
Mittlerweile wird die Schule von dem ehemaligen Schüler Nyima erfolgreich geleitet.

Innenhof der Schule

Die Internatsschule
Da die Auszubildenden aus ihrem täglichen Umfeld herausgenommen werden, lernen sie neue Techniken in unbekannten Situationen anzuwenden. Zudem bietet das Blinden-Zentrum für sehgeschädigte und blinde Menschen eine Möglichkeit, sich während ihrer zwei- bis dreijährigen Ausbildungszeit über ihre Erfahrungen und Probleme in der Welt der Sehenden mit anderen Blinden auszutauschen.

Inhalt des vorbereitenden Grundschul-Trainings
Die Kinder erhalten ein Training in unterschiedlichen Blindentechniken. Dazu gehört die Orientierung im Raum und in der näheren Umgebung der Schule, der Gebrauch des Blindenstocks, Essen mit Stäbchen und grundlegende hygienische Fertigkeiten.
Zudem werden sie im Lesen und Schreiben der tibetischen, chinesischen, englischen und mathematischen Braille-Schrift unterrichtet. Neben den Blindenschrift-Techniken erlernen sie die Grundlagen der chinesischen und englischen Umgangssprache.
Je nach Alter und Fortschritt werden die Kinder in eine Frühförderungs-, eine Orientierungs- oder eine Vorbereitungsstufe eingeteilt. Nach ein bis zwei Jahren sind sie dann auf die Eingliederung in reguläre Grundschulen vorbereitet und können sich selbst integrieren.
 

Zurzeit leben 37 meist neue Schüler in unserer Schule in Lhasa.

Über lokale Radio-Stationen und über Mundpropaganda erfahren auch immer mehr Menschen in entfernten ländlichen Gegenden von unserer Schule für Blinde. Immer neue Familien finden so mit ihren blinden Kindern den Weg zu uns.


Seit 2003 gibt es darüber hinaus eine Berufsausbildung.

die Mauseklasse der Schule

Die Berufsausbildung gliedert sich in
- Tibetische und chinesische medizinische Massage und Physiotherapie,
- Musische Ausbildung: Gesang, Komposition, Instrumentalunterricht,
- Büroarbeit: Umgang mit blindenspezifischen Computern.

Im Sinne der Braille Ohne Grenzen-Philosophie ist Integration erst dann erfolgreich, wenn sie vom Blinden selbst vollzogen wird. Daher legen wir in der Ausbildung von blinden Kindern und Jugendlichen großen Wert auf die Förderung von Selbstvertrauen und Selbstakzeptanz.
Braille-Druckerei und Werkstatt
In einer eigenen Druckerei werden Schulbücher in tibetischer, chinesischer und englischer Braille-Schrift hergestellt. Blindenspezifische Hilfsmittel, wie Langstöcke, Schreibgeräte, Spielzeug usw. werden ebenfalls in diesem Zentrum gefertigt.
 

tibetischer Junge schreibt an der Braille-Schreibmaschine


einige Schüler der Blindenschule sitzen auf der Treppe und winken
 


Schüler der Blindenschule bereisen China

Braille Ohne Grenzen begrüßte sehr, dass im Jahr 2010 einige Schüler von verschiedenen chinesischen TV-Stationen eingeladen wurden. Denn einerseits lernen die Kinder durch das Reisen viel über ihr Land, und zudem haben sie die Möglichkeit, ein ganz neues Bild von Blindheit zu vermitteln. Sie sind kein bisschen bühnenscheu, sind lebenslustig und in Interviews zeigen sie Selbstvertrauen, Witz und Intelligenz. Im Mai 2010 wurden 10 der Schüler in eine TV Sendung in Shanghai eingeladen, um an der populären Show "China‘s got talent" teilzunehmen. Viele Menschen Chinas kennen Braille Without Borders durch diese Show.
Englische Informationen unter: http://www.braillewithoutborders.org/ENGLISH/index_bwb.html

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